Unsere Reise nach Polen vom 20. bis 25. Oktober 2000

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1. Tag, 20. 10.
Ab Oldenburg über Hannover, Berlin, Grenzübergang Forst nach Krummhübel. Dort haben wir im Hotel Scalni (Orbisgruppe) übernachtet. Essen war gut: Schnitzel-Fleisch gewickelt. Anschließend gab es Wodka und Axel ging mit uns in die Bar.
2. Tag, 21. 10.
Am nächsten Morgen pünktliche Abfahrt um acht Uhr in das Riesengebirge: dort in Agnetendorf Besuch des Gerhard-Hauptmann- Hauses. Dieses ist heute ein Kinder-Heim, wurde renoviert und konnte deswegen nicht besichtigt werden. Anschließend schöne Besichtigungsfahrt bis fast unmittelbar an die Schneekoppe; und Rübezahl schob den Bus bei abgestellten Motor sogar bergauf.
Danach ging es weiter nach Schweidnitz in die Friedenskirche, wo schon im Jahre 1569 einer der ersten evangelischen Gottesdienste nach Martin Luther abgehalten wurde. Dies ist eine sehr schöne Barock-Holz-Kirche.
Von der Kindes weiter nach Kreisau, ein kleines Dorf in Niederschlesien. Dort besuchten wir den Gutshof der Familie ' Von Moltke '. Dieser war das Zentrum des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, der sogenannte Kreisauer Kreis, der nicht nur gegen Hitler und die Verwüstungen der Städte, sondern auch gegen die schrecklichen Verwüstungen in den Herzen und Köpfen der Menschen kämpfte.
(Hier gab es zum erstenmal die Bus-Forellen.) Dann ging die Fahrt weiter in das oberschlesische Industriegebiet nach Krakau. Wir stiegen dort im Hotel ' Wanda ' (Orbis) mit westlichem Standard ab.
3. Tag, 22. 10.
Wir blieben in Krakau einen vollen Tag zur Stadtbesichtigung, im jüdischen Getto, an den Schauplätzen von ' Schindlers Liste '.
Besichtigung einer Synagoge, das als Museum eingerichtet war. Wir waren beim Königschloss Wawel und in der Kathetrale, wo der Papst Johannes IX. als Kardinal predigte.
Es ging in die Marienkirche, auf deren Turm ein Trompetenbläser jede halbe Stunde eine Melodie blies, die traditionell inmitten der Alarm-Melodie abbricht, weil bei einem türkischen Überfall ihn gerade in diesem Moment ein Pfeil tötete.- danach ging es in die Tuch-Hallen zum Shopping. Ellen kaufte Bernsteinschmuck.
Danach verabschiedeten sich Axel und Klaus von Hildegard und Ellen. Die beiden Männer besuchten das berühmte Salzbergwerk in Wieliczka.
Ellen durfte nicht mit wegen ihrer Schilddrüse und wegen des starken Jod- Gehaltes der Luft im Bergwerk. Die Damen bummelten in der Stadt Krakau und tranken draußen in das Sonne auf dem Platz ' Rynek ' polnisches Bier.
Anschließend bewegten sie sich zu Fuß langsam weiter Krakau besichtigtend zum Restaurant ' Ariel ' in Kazimierz- Viertel. Dort trafen wir uns alle wieder so gegen 20. 00 Uhr. Wir verbrachten hier in diesem jüdischen Lokal wahrscheinlich den schönsten Abend der ganzen Fahrt:
eine jüdische Musik-Gruppe spielte uns den ganzen Abend die sogenannte Klezmer-Musik, die uns allen sehr gut gefiel; dazu aßen wir koscheres Fleisch und Gemüse. Erst gegen Mitternacht fuhren wir in unser Hotel zurück.
Am nächsten Tag (Montag, den 23. 10.) Abfahrt in das Konzentrationslager Auschwitz. Es kann nur soviel berichtet werden, daß wir alle sehr erschüttert waren. Georg, ein deutscher Jude und ein protestantischer Pastor namens Peters (beide Teilnehmer unserer Fahrgemeinschaft) sprachen einige ergreifende Worte und Gebete an einem zum Teil von den Nazis in den letzten Tagen des Krieges zerstörten Krematorium.
Am Abend erreichten wir mit unserem Bus Breslau und schlugen unser Quartier im Hotel Wroclaw auf. Das Abendessen nahmen wir aber nicht hier ein, sondern in dem berühmten Hotel ' Monopol '. Die Blütezeit erlebte dieses Hotel in den dreißiger Jahren, das von berühmten Persönlichkeiten wie Marlene Dietrich, Picasso, vielen anderen, so auch von diesem Unmensch Adolf Hitler besucht wurde.
Nachdem wir ein typisches polnisches Menü verspeist hatten, wurden wir durch die nächtliche festlich beleuchtete Stadt geführt; die Schönheiten der Gebäude waren erst in den letzten beiden Jahren durch intensive Bemühungen um Renovierung der Polen möglich, wie man uns sagte.
Wir konnten im Verlauf dieser Besichtigung sozusagen auf einem Weg zu Fuß wieder zurück zu unserem Hotel laufen. Es hatte sich mittlerweile so eingebürgert, daß wir jeden Abend neben einem polnischen Bier einen Wodka oder auch mal zwei als Absacker uns vor dem Schlafengehen genehmigten.


Klaus Nickel alias Nickelklaus Zum Reiseverzeichnis
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